Erstaunliches über die deutsche Sprache
Österreichisches Deutsch
Wie bei den meisten Sprachen gibt es auch im Deutschen verschiedene Dialekte, die sich teilweise so stark von einander unterscheiden, dass sie bei Lernenden für Verwirrung sorgen können, da sich Aussprache, Bedeutung, Wortwahl und Grammatik je nach Dialekt stark unterscheidet. Österreicher verwenden eine Reihe von Wörtern und Ausdrücken, die nur bzw. primär in Österreich gebraucht werden. Teilweise werden Wörter im Österreichischen anders betont oder ausgesprochen, Hauptwörter mit einem anderen Artikel oder einer anderen Pluralform verwendet, und Verben mit einem anderen Hilfsverb versehen, als dies außerhalb Österreichs üblich ist. Auf Grund der Vormachtstellung der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie in Mitteleuropa flossen auch zahlreiche Wörter und (Rede)Wendungen aus dem Ungarischen, Tschechischen, Slowakischen, Kroatischen, Slowenischen und Italienischen ins Österreichische.
Jedes Bundesland hat seinen eigenen Dialekt
In Österreich sind die verschiedenen Dialekte so ausgeprägt, dass sich sogar die Österreicher untereinander nicht immer verstehen können, für Deutschlernende ist es also noch schwieriger die verschiedenen Mundarten zu entziffern. Vorrangig wird in Österreich das Bairische gesprochen, bis auf Vorarlberg, wo sich der alemannische Dialekt etabliert hat. Bairisch wird schätzungsweise von etwa 12 Millionen Menschen gesprochen und nicht nur bei uns in der schönen Alpenrepublik, sondern auch in Deutschland, nämlich in Bayern und in Sachsen, sowie teils auch in Südtirol in Italien und in der Schweiz.
Doch nicht jeder Österreicher ist begeistert von den regionalen Dialekten, in manchen Familien ist es gewünscht, nur die österreichische Standardsprache zu verwenden, da Dialekte nicht bei allen einen guten Ruf genießen. Für viele ist es jedoch sehr wichtig für die österreichische Identität in ihrem eigenen Dialekt zu sprechen. Wer zum Beispiel regionale Zeitungen liest, lernt nicht nur etwas über Land und Leute, sondern verinnerlicht schnell auch die österreichische Umgangssprache, die irgendwo zwischen Standarddeutsch und Dialektsprache liegt. Die einzelnen österreichischen Dialekte sind nur schwer voneinander zu trennen, da sie fließend ineinander übergehen. Daher kommt es oft vor, dass das gleiche Wort nur wenige Kilometer weiter ganz anders ausgesprochen und/oder verwendet wird.
Das Wienerische
Wie alle Dialektvariationen hat auch das zu den ostmittelbairischen Dialekten gehörende Wienerische einen eigenen Wortschatz mit einer typischen Aussprache. Charakteristisch des Wienerischen ist zum Beispiel das lang gezogene á, das statt dem Diphtong ei gesprochen wird, somit wird i wááß aus ich weiß.
Um fließend Deutsch sprechen zu können, muss man die österreichischen Dialekte nicht unbedingt beherrschen, es kann jedoch nützlich sein, einige Dialektwörter und typisch österreichische Ausdrücke kennen zu lernen.
Im Internet gibt es viele Wortlisten mit österreichischen Wörtern und Wendungen und auch zu kaufen gibt es österreichische Wörterbücher, aus welchen man viel (Österreichisch) lernen kann. Wenn man jedoch Bedeutung und Kontext wirklich verstehen möchte, bzw. wie und wann diese von Einheimischen verwendet werden, reichen diese Glossare nicht wirklich aus.
Wenn du mehr über die Dialekte in Österreich erfahren möchtest, dann kannst du mich in einem Einzelsetting all das fragen, was du immer schon über das Österreichische wissen wolltest - ich bin gerne dein privater Sprachcoach beim Entdecken der österreichischen Dialekte. Wir lernen Wörter der österreichischen Umgangssprache und der Mundarten, besprechen was sie bedeuten, wann sie verwendet und wie sie richtig ausgesprochen werden. Wir werden uns nicht nur dem Wortschatz widmen, sondern achten beim Sprachtraining besonders aufs Sprechen mit Schwerpunkt auf Intonation und Aussprache.
Anbei findest du Artikel, Blogeinträge, Lernvideos und Glossare, die ich als Übersetzerin und Deutschtrainerin informativ, lustig oder ausgesprochen nützlich finde beim Kennen- und Erlernen der österreichischen Dialekte.
Die Amtssprache Österreichs ist Deutsch, das auch als österreichisches Deutsch, österreichisches Hochdeutsch oder österreichisches Standarddeutsch bezeichnet wird. Hier geht es um einen Überblick der wichtigsten Unterschiede zwischen dem Österreichischen Deutsch und dem Bundesdeutschen Hochdeutsch.
Spuren von anderen Sprachen in der Standardsprache Österreichs
Andere Völker hinterließen dank der geografischen Lage Österreichs und teilweise gemeinsamer Geschichte (wie Ungarn in der Donaumonarchie) auch ihre Spuren in der Standardsprache Österreichs.
So z.B. kommen nach Österreich aus dem Lateinischen “Matura” (Abitur), “Primar” (leitender Arzt), “Remuneration” (Entschädigung). Italienische Wörter kann man in der Standardsprache Österreichs auch sehr oft finden, vor allem bei den Speise- und Früchtebezeichnungen. Aus dem Italienischen verwendet man in Österreich Wörter wie “Biskotten” (Löffelbiskuit), “Maroni” (Edelkastanie), und “Melanzani” (Aubergine), und aus dem Französischen “Trottoir” (Gehsteig / Bürgersteig), “Plafond” (Gehsteig / Bürgersteig), “Portemonnaie” (Geldbörserl).
Grammatik und Phonetik
Das österreichische Deutsch unterscheidet sich vom Bundesdeutschen nicht nur in der Aussprache, sondern auch im Wortschatz und in der Grammatik.
ich – i
er / sie / es – ea / sie / es
wir – wia / mia
ihr – ia
sie (Plural) – se / 's
ich habe – i hob
du hast – du host
er / sie / es hat – ea / sie / es hod
wir haben- wia / mia hom / ham
ihr habt – ia hobt
sie (Plural) haben – se ham / s'ham
Unterschiede im Wortschatz - Austriazismen (Österreichische Variation)
Es gibt auch feine Unterschiede im Wortschatz, die man kennen sollte. In Österreich bestellt man zum Beispiel keinen Kaffee, sondern eine/n Melange, Verlängerter oder kleinen Braunen. Ein einfacher schwarzer Kaffee ist ein Verlängerter; ein Espresso mit ein wenig Milch ist ein kleiner Brauner; und die berühmte Melange entspricht so ungefähr einem Cappuccino: „Ich bekomme einen Verlängerten und einen Apfelstrudel, bitte.“
Es gibt Wörter gibt, die nur in Österreich existieren wie zum Beispiel der “Schmarr(e)n”, was sowohl für Mehlspeise, als auch für Unsinn oder ein minderwertiges Produkt, wertloses Zeug (=das Klumpert) steht. Der bekannteste Schmarren ist wohl der Kaiserschmarren, eine Mehlspeise aus grob zerkleinerten Pfannkuchenstücken, besser gesagt Palatschinken :-), serviert mit Apfelmus oder Zwetschkenröster. Ein Schmarrn kann aber auch eine herablassende Bezeichnung für etwas sein: „So einen Schmarrn schau‘ ich mir nicht an!“
„Hallo” und „Guten Tag” werden zwar verwendet, die gängigen Begrüßungsformeln sind jedoch Grüß Gott! Ein charmantes „Servus!” (oder auch „Servas!“ oder „Seas!“) funktioniert auch. Am Lande hört man Griaß di! / Griaß eich! oder Griaß enk! in Plural: „Servus, grüß di', wie geht’s dir?“
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